Geschichte der Schule

Die Entwicklung der WRS von 1790 bis heute...

Die „Wilhelm-Raabe-Schule Hannover“ kann nach der Wende zum neuen Jahrtausend auf eine bewegte Geschichte zurückschauen.

Im damaligen Kurfürstentum Hannover, das bis 1837 in Personalunion mit  dem britischen Thron verbunden blieb, gründete der für das Schulwesen engagierte Johann Christoph Salfeld 1787 eigenmächtig eine Hof-Schule für Söhne Königlicher Bediensteter. Die Schülerzahlen entwickelten sich sehr gut, so dass Salfeld, als er nach dreijährigem Bestehen 1789 um eine amtliche Genehmigung für die Hof-Söhne-Schule nachsuchte, nahe legte, dass eine entsprechende Anstalt für Mädchen dem Bedürfnis der Zeit entspräche. 1790 bewilligte Georg III., König von England und zugleich Kurfürst  Hannovers, tatsächlich auch Gelder zur Errichtung einer Hof-Töchter-Schule.  Die Hofschule untergliederte sich anfangs in eine Abteilung für Knaben und eine für Mädchen, die zwar gesondert nebeneinander, aber im selben Haus untergebracht waren. Die Schule zog im Jahr 1791 in ein Gebäude Ecke der Burgstraße und Marstallstraße. 1852 fragte das Königliche Ministerium beim Magistrat der Stadt nach, ob  sie die Hofschule übernehmen wolle. Die Stadt ging auf den Wunsch der Königlichen Regierung ein, indem sie die Anstalt in das städtische  Schulwesen eingliederte. Nach erfolgter Übernahme wurde die Hofschule  formell aufgelöst und an ihrer Stelle die Höhere Töchterschule gegründet.  Diese ist unweigerlich die Tochter der Königlichen Hofschule: Sie erbte Haus, Inventar und Lehrer.

Im gleichen Jahr zog man aus der Innenstadt in das heutige Schulgebäude, einem  Jugendstilbau, in der Langensalzastraße unweit des Provinzial- (heute  Landes-) Museums um. Fortan hieß die Lehrstätte „Höhere Töchterschule I  – Lehrerinnenbildungsanstalt und Elisabethschule“, wie noch heute in Stein  gemeißelt über dem „Lehrereingang“ zu erkennen ist.  Die Einwirkungen des Ersten Weltkrieges und seiner Folgen waren nicht so  erschütternd, dass nicht schon im Jahre 1919 eine deutliche Aufwärtsbewegung einsetzen konnte. Seit 1923 war der Höheren Töchterschule ein Kindergärtnerinnen- und  Hortnerinnenseminar angegliedert. Hier konnten sich junge Frauen nach der  ,,Mittleren Reife“  zu Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen ausbilden lassen.  1936 erhielt die Schule die Genehmigung, sich ihrem Wunsche entsprechend fortan „Wilhelm Raabe-Schule“ zu nennen. Der Name war vorgeschlagen worden vom damaligen Direktor Dr. Hans Roeder, einem Raabe-Forscher und -Liebhaber. 1943 brachte dem Schulgebäude und damit dem Schulleben einen vernichtenden Schlag, da in der Nacht vom 8./9. Oktober mit weiten Teilen der Stadt auch das Schulgebäude empfindlich zerstört wurde. Das dritte Stockwerk brannte vollständig aus, und auch die schöne Aula mit der Orgel wurde ein Opfer der Flammen. Weitere Beschädigungen folgten Schlag auf Schlag bis zum März 1945. Eine Bombe riss den Flügel des Gebäudes in zwei vollständig getrennte Teile auseinander.

Am 11. April 1853 begann der Schulbetrieb. Vom 19. bis 21. April 1854 fand die lang ersehnte Übersiedlung aus den alten schlechten räumlichen Verhältnissen in das neue Schulhaus am neuen Aegidientor (ungefähr am südlichen Ausgang der jetzigen  Prinzenstraße) statt. Die Höhere Töchterschule befand sich bis Herbst 1867 in diesem Gebäude. Im November 1856 wurde ein „Lehrerinnen-Seminar“ (später Oberlyzeum  genannt) mit der Schule verbunden, dem eine „Fortbildungsanstalt für erwachsene junge Mädchen“ angegliedert wurde. In dem Seminar sollten  junge Mädchen von 16 bis 25 Jahren, welche die Höhere Töchterschule durchlaufen hatten, zu Lehrerinnen und Erzieherinnen ausgebildet werden. Aufgrund der wachsenden Zahl der Schülerinnen und der mangelhaften  Räumlichkeiten wurde der „Höheren Töchterschule“ in den Jahren 1865/66  ein neues Heim, „Am Graben 9“ (spätere Bezeichnung „Friedrichstraße 1 C“, etwa der heutige Friedrichswall), in neuromantischen Formen erbaut.  Am 15. Oktober 1867 wurde das neue Schulgebäude eingeweiht. 1872 musste das Gebäude allerdings schon durch den Anbau von zwei Seitenflügeln erheblich erweitert werden. 1895/96 wurde dann eine Doppelturnhalle als letzter Anbau vollendet. Da die Zahl der Anmeldungen für die Höhere Töchterschule so zunahm, dass in den Klassen eine Überfüllung eintreten musste, wurde von der städtischen Verwaltung an die Gründung einer Schwesteranstalt gedacht. Ostern 1879 wurde die Höhere Töchterschule II (Schillerschule) für die Nordstadt eröffnet. Seit Gründung der zweiten Höheren Töchterschule hieß die Höhere Töchterschule „Höhere Töchterschule I“, später wurde sie „Lyzeum I“ genannt. 1897 wurde dann die dritte Höhere Töchterschule (Sophienschule) für die Oststadt gegründet. Die Mädchenschulreform von 1908 brachte die Gleichstellung der höheren  Mädchenschulen mit den höheren Knabenschulen und damit die Erlaubnis, Reifezeugnisse zu vergeben.

Nach kurzer Pause begann im Herbst 1945 wieder der Unterricht, wenn  auch zunächst nur behelfsmäßig. Bereits acht Jahre später konnte die  „Wilhelm-Raabe-Schule“ wieder über alle Unterrichtsräume einschließlich der neu gestalteten Aula verfügen. Die Schule wurde modernisiert und bekam 1966 ihr heutiges  Aussehen. Die Reform der Oberstufe und damit der Beginn des Kurssystems erfolgten an der Wilhelm-Raabe-Schule mit dem Schuljahr 1976/77.  Äußerst lange hatte die „Wilhelm-Raabe-Schule“ ihren Status als reines  Mädchengymnasium behalten. Selbst die reformfreudigen siebziger Jahre sind an den Mauern dieses Hauses gescheitert: Die damalige Eltern- und Lehrerschaft hielt mit der Direktorin Frau Anz engagiert an dieser Erziehungsform  fest. Seit dem 1. August 1985 wurde dann aber die Koedukation, also der gemeinsame Unterricht von Mädchen und Jungen in einer Klasse, eingeführt. Seit Beginn des Schuljahres 1990/91 können Schülerinnen und Schüler bilinguale Klassen besuchen, in denen sie in einigen Fächern (Sport, Erdkunde, Biologie, Sozialkunde) in deutscher und englischer Sprache unterrichtet werden. Am 16. März 1993 übernahm Frau Dr. Schneider-Pachaly die Leitung der Schule und Herr Thunich folgte ihr in dieser Position im Jahr 2007.

Die Auflösung der Orientierungsstufen für die Jahrgänge 5 und 6 im Land Niedersachsen bedeutete auch für die Wilhelm Raabe – Schule weitreichende Veränderungen: das Kollegium wuchs und pendelte bis zum Februar 2014 zwischen Haupthaus und der Nebenstelle Birkenstraße. In der Zwischenzeit war das Gymnasium zudem offene Ganztagsschule geworden, was bauliche Veränderungen erforderte. Im Zuge umfangreicher Umbaumaßnahmen gewann das Haupthaus auch eine Mensa. Nicht zuletzt dem Engagement der Schülervertretung ist zu verdanken, dass im 1. und dritten Stockwerk Schüleraufenthaltsbereiche eingerichtet wurden, die den Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern entsprechen, die sich oft bis spät in den Nachmittag im Schulgebäude aufhalten.

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