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27.09.2010 - 01.10.2010

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04.10.2010 - 08.10.2010

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Chronik der Wilhelm-Raabe-Schule

Die Entwicklung der WRS von 1790 bis heute...

Die "Wilhelm-Raabe-Schule Hannover" kann nach der Wende zum neuen Jahrtausend auf eine 213-jährige bewegte Geschichte und auf 150 Jahre städtische Verwaltung zurückschauen.
2002 fand deswegen ein großes Festprogramm statt.

Im damaligen Kurfürstentum Hannover, das bis 1837 in Personalunion mit  dem britischen Thron verbunden blieb, gründete der für das Schulwesen  engagierte Johann Christoph Salfeld 1787 eigenmächtig eine Hof-Schule für  Söhne Königlicher Bediensteter. Die Schülerzahlen entwickelten sich sehr  gut, so dass Salfeld, als er nach dreijährigem Bestehen 1789 um eine amtliche Genehmigung für die Hof-Söhne-Schule nachsuchte, nahe legte,  dass eine entsprechende Anstalt für Mädchen dem Bedürfnis der Zeit entspräche. 1790 bewilligte Georg III., König von England und zugleich Kurfürst  Hannovers, tatsächlich auch Gelder zur Errichtung einer Hof-Töchter-Schule.  Die Hofschule untergliederte sich anfangs in eine Abteilung für Knaben und  eine für Mädchen, die zwar gesondert nebeneinander, aber im selben Haus  untergebracht waren. Die Schule zog im Jahr 1791 in ein Gebäude Ecke der Burgstraße und Marstallstraße. 1852 fragte das Königliche Ministerium beim Magistrat der Stadt nach, ob  sie die Hofschule übernehmen wolle. Die Stadt ging auf den Wunsch der Königlichen Regierung ein, indem sie die Anstalt in das städtische  Schulwesen eingliederte. Nach erfolgter Übernahme wurde die Hofschule  formell aufgelöst und an ihrer Stelle die Höhere Töchterschule gegründet.  Diese ist unweigerlich die Tochter der Königlichen Hofschule: Sie erbte Haus, Inventar und Lehrer. 

 Am 11. April 1853 begann der Schulbetrieb. Vom 19. bis 21. April 1854 fand  die lang ersehnte Übersiedlung aus den alten schlechten räumlichen  Verhältnissen in das neue Schulhaus am neuen Aegidientor (ungefähr am  südlichen Ausgang der jetzigen  Prinzenstraße) statt. Die Höhere Töchterschule befand sich bis Herbst 1867  in diesem Gebäude.  Im November 1856 wurde ein "Lehrerinnen-Seminar" (später Oberlyzeum  genannt) mit der Schule verbunden, dem eine "Fortbildungsanstalt für erwachsene junge Mädchen" angegliedert wurde. In dem Seminar sollten  junge Mädchen von 16 bis 25 Jahren, welche die Höhere Töchterschule  durchlaufen hatten, zu Lehrerinnen und Erzieherinnen ausgebildet werden.  Aufgrund der wachsenden Zahl der Schülerinnen und der mangelhaften  Räumlichkeiten wurde der "Höheren Töchterschule" in den Jahren 1865/66  ein neues Heim, "Am Graben 9" (spätere Bezeichnung "Friedrichstraße 1 C", etwa der heutige Friedrichswall), in neuromantischen Formen erbaut.  Am 15. Oktober 1867 wurde das neue Schulgebäude eingeweiht. 1872 musste das Gebäude allerdings schon durch den Anbau von zwei Seitenflügeln erheblich erweitert werden. 1895/96 wurde dann eine Doppelturnhalle als letzter Anbau vollendet. Da die Zahl der Anmeldungen für die Höhere Töchterschule so zunahm,  dass in den Klassen eine Überfüllung eintreten musste, wurde von der  städtischen Verwaltung an die Gründung einer Schwesteranstalt gedacht. Ostern 1879 wurde die Höhere Töchterschule II (Schillerschule) für die  Nordstadt eröffnet. Seit Gründung der zweiten Höheren Töchterschule hieß die Höhere Töchterschule "Höhere Töchterschule I", später wurde sie "Lyzeum I" genannt. 1897 wurde dann die dritte Höhere Töchterschule (Sophienschule) für die Oststadt gegründet. Die Mädchenschulreform von 1908 brachte die Gleichstellung der höheren  Mädchenschulen mit den höheren Knabenschulen und damit die Erlaubnis,  Reifezeugnisse zu vergeben.  Im gleichen Jahr zog man aus der Innenstadt in das Schulgebäude, einem  Jugendstilbau, in der Langensalzastraße unweit des Provinzial- (heute  Landes-) Museums um. Fortan hieß die Lehrstätte "Höhere Töchterschule I  - Lehrerinnenbildungsanstalt und Elisabethschule", wie noch heute in Stein  gemeißelt über dem "Lehrereingang" zu erkennen ist.  Die Einwirkungen des Ersten Weltkrieges und seiner Folgen waren nicht so  erschütternd, dass nicht schon im Jahre 1919 eine deutliche  Aufwärtsbewegung einsetzen konnte.  Seit 1923 war der Höheren Töchterschule ein Kindergärtnerinnen- und  Hortnerinnenseminar angegliedert. Hier konnten sich junge Frauen nach der  ,,Mittleren Reife"  zu Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen ausbilden lassen. 

 1936 erhielt die Schule die Genehmigung, sich ihrem Wunsche  entsprechend fortan "Wilhelm Raabe-Schule" zu nennen. Der Name war vorgeschlagen worden vom damaligen Direktor Dr. Hans Roeder, einem  Raabe-Forscher und -Liebhaber. 1943 brachte dem Schulgebäude und damit dem Schulleben einen  vernichtenden Schlag, da in der Nacht vom 8./9. Oktober mit weiten Teilen  der Stadt auch das Schulgebäude empfindlich zerstört wurde. Das dritte Stockwerk brannte vollständig aus, und auch die schöne Aula mit der Orgel wurde ein Opfer der Flammen. Weitere Beschädigungen folgten Schlag auf Schlag bis zum März 1945. Eine Bombe riss den Flügel des  Gebäudes in zwei vollständig getrennte Teile auseinander.  Nach kurzer Pause begann im Herbst 1945 wieder der Unterricht, wenn  auch zunächst nur behelfsmäßig. Bereits acht Jahre später konnte die  "Wilhelm-Raabe-Schule" wieder über alle Unterrichtsräume einschließlich  der neu gestalteten Aula verfügen.  Die Schule wurde im Weiteren modernisiert und bekam 1966 ihr heutiges  Aussehen. Die Reform der Oberstufe und damit der Beginn des  Kurssystems erfolgte an der Wilhelm-Raabe-Schule mit dem Schuljahr 1976/77.  Äußerst lange hatte die "Wilhelm-Raabe-Schule" ihren Status als reines  Mädchengymnasium behalten. Selbst die reformfreudigen siebziger Jahre sind an den Mauern dieses Hauses gescheitert: Die damalige Eltern- und Lehrerschaft  hielt mit der Direktorin Frau Anz engagiert an dieser Erziehungsform  fest.

Seit dem 1. August 1985 wurde dann aber die Koedukation,  also der gemeinsame Unterricht von Mädchen und Jungen in einer Klasse,  eingeführt. Seit Beginn des Schuljahres 1990/91 können Schülerinnen und Schüler bilinguale Klassen besuchen, in denen sie in einigen Fächern (Sport, Erdkunde, Biologie, Sozialkunde) in deutscher und englischer Sprache unterrichtet werden. Am 16. März 1993 übernahm Frau Dr. Schneider-Pachaly die Leitung der Schule.

In der Geschichte der Schule spielen aber auch die Sponsoren eine wichtige Rolle. Z.B. 2001 fand ein Fassadenfest statt an dem 8000 DM zusammen kamen. Auch für soziale Zwecke engagiert sich die Schule, die Schüler liefen 2002 bei einem Sponsorenlauf mit, durch Sponsoren kamen dabei über 14000 € für Flutopfer und AIDS-Hilfewerke zusammen. Im Schuljahr 2003/04 gehen ca. 710 davon 466 Schülerinnen (65%) und 246 Schüler (35%) auf die Wilhelm-Raabe-Schule.



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