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Israel - anders kennen lernen. Ein Seminar im Niedersächsischen Landtag
Verschiedene Seminare und Diskussionen mit jungen Israelis, dem israelischen Gesandten Ilan Mor, dem Landtagsvizepräsidenten Hans-Werner Schwarz und der Niedersächsischen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann eröffneten einen anderen Blick auf Israel, seine Menschen, den Staat, die politische Lage, die jüdische Religion, die Geschichte und das Alltagsleben. Oft anders als das in den Medien oder im Unterricht vermittelt.
Zivilgesellschaft in IsraelHerr Reuven Barack vom Jüdischen Nationalfond erklärte den Platz- und Wassermangel Israels, das zu 65% aus Wüste besteht. Er berichtete von Projekten die Negev-Wüste zu begrünen, um sie für Menschen bewohnbar und attraktiv zu machen und den Jordan, den wichtigsten Süßwasserlieferanten, umzuleiten. Quasi nebenbei erfuhren die Teilnehmer Wesentliches zur jüdischen Geschichte, über den Einfluss des Judentums auf das alltägliche Leben und lernten, was ein „Kibbuz" ist. | |
| Aspekte der jüdischen ReligionUnter Leitung des aufgeschlossenen Rabbiners Andrew Steiman und seiner Frau wurden allgemeine Grundprinzipien der jüdischen Religion vorgestellt. Wir erfuhren, dass der jüdische Glaube die erste ethisch-monotheistische Religion und von dem Stammesvater Abraham gegründet worden war. Kein Teilnehmer hatte zuvor einen Blick in eine Tora (hebräisch: „Die Weisung") werfen können und über die Herkunft der hebräischen Schrift hatte sich niemand Gedanken gemacht. Die Prägekraft der jü-disch/israelische Kultur auf andere erklärte Andrew Steiman anschaulich und einprägsam.Real life in IsraelMaor Shani gab einen allgemeinen und sehr ausführlichen Überblick über das alltägliche Leben in Israel. Er bezog sich hierbei auf viele verschiedene Aspekte wie: allgemeine Informationen über das Land und seine Bevölkerung, die Kultur und die Politik. Kindergeburtstage werden durch Raketenangriffe der radikal islamischen Hamas unterbrochen und nach Rückkehr aus dem Luftschutzkeller wie selbstverständlich fortgesetzt.Music and Film in IsraelDas Seminar „Music and Film in Israel" wurde von dem Referenten Dan Golan, dem Leiter der Kul-turabteilung der Botschaft des Staates Israel, auf Englisch gehalten.Zuerst stellte er die Entwicklung der Künste in Israel dar. In den ersten Jahrzehnten des Staates Israel waren sozial kritische Themen in Musik, Malerei, Film prägend, doch heute nach 60 Jahren rücken persönliche Themen in den Vordergrund. Dan Golan beschrieb Kunst aus Israel so: „Global in style, local in context". Musik und Filme unterscheiden sich nicht grundlegend, von dem, was Jugendliche in Deutschland lieben. Genau das wollte er zeigen, wie er am Ende des Seminars preisgab. |
Die DiskussionenIn der Diskussion mit jungen Israelis zur aktuellen Lage in Nahost standen anfänglich Themen der ak-tuellen Beziehung zwischen Israelis und Deutschen im Zentrum, bevor im weiteren Verlauf das Thema Holocaust in den Vordergrund drängte. Die jungen Israelis erklärten ihre persönliche und emotionale Verbindungen zu dieser Vergangenheit her, durchaus nicht harmoniesüchtig, dafür aber authentisch.Höhepunkt des Seminartages bildete die eineinhalbstündige Podiumsdiskussion mit dem Gesandten der israelischen Botschaft Ilan Mor, Landtagspräsidenten Hermann Dinkla und der Niedersächsischen Kultusministerien Elisabeth Heister-Neumann. Ilan Mor sprach zunächst seinen Dank für diese großartige Gelegenheit aus, Israel von einer anderen Seite vorstellen zu können, und appellierte an die Schüler, dass wir es nicht für selbstverständlich halten sollten, heute an diesem Seminar teilzunehmen. Bald drängte sich der Nahost-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern in das Zentrum der Diskus-sion. Ilan Mor beteuerte glaubhaft den Friedenswillen Israels, der eine Existenzgarantie des Staates voraussetze. „Wenn die Palästinenser einen Tag die Waffen niederlegen, gibt es Frieden, wenn die Israelis einen Tag die Waffen niederlegen, werden sie vernichtet sein", dies bestimmende Grundgefühl der Israelis versetzte alle in tiefe Nachdenklichkeit. Ilan Mor lud ein, das Land und die Menschen zu besuchen, denn nichts verschaffe einen besseren Eindruck als die persönliche Begegnung und Reise in das Land selbst. Denn „Israel ist ein Phänomen!" | |
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