Klassenfahrt Jg. 5

27.09.2010 - 01.10.2010

Die 5. Klassen sind in Müden.

Klassenfahrt Jg. 7

04.10.2010 - 08.10.2010

Der Jg. 7 ist in der JH Torfhaus.

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Cellospiel ermöglichte das Überleben in Auschwitz

(T) Anita Lasker-Wallfisch, geb. 1925, ist eine Überlebende des legendären Mädchenorchesters von Auschwitz. Auf Einladung des Vereins „Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V." besuchte Frau Lasker-Wallfisch am 25. Februar 2009 die Wilhelm-Raabe-Schule.  Zeitzeugen wie Frau Lasker-Wallfisch, besitzen aufgrund Ihrer besonderen Leidens- und Überwältigungserfahrung besitzen Zeitzeugen die Deutungsautorität der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen.

Ihr Vater, Alfons Lasker, Bruder des US-Schachmeisters Edward Lasker,  war ein erfolgreicher jüdi-scher Rechtsanwalt in Breslau; die Mutter Edith eine Geigerin. Die drei Töchter Lasker wuchsen in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Jede lernte ein Musikinstrument. Die älteste Tochter Marianne konnte 1939 nach England in Sicherheit gebracht werden. Die Eltern wurde 1942 deportiert und er-mordet. Die Töchter Anita und Renate kamen in ein Waisenhaus und mussten in einer Papierfabrik Zwangsarbeit leisten.

Wegen Unterstützung sowjetischer und französischer Kriegsgefangener, die sie mit Lebensmitteln und gefälschten Papieren versorgt hatten, wurden die Schwestern im Juni 1943 verhaftet und zu 18 bzw. 13 Monaten Zuchthaus verurteilt. Anita Lasker war nur kurze Zeit im Zuchthaus. Als Jüdin wur-de sie herausgesucht und als „Kriminelle" nach Auschwitz deportiert in einem Gefangenen-Sonderzug, nicht in einem Massentransport, der gewöhnlich direkt zu den Gaskammern fuhr.

Beim Einlieferungsritual entdeckte man, dass sie Cello spielen konnte. Sie wurde in das Mädchenor-chester von Auschwitz aufgenommen, das sich das SS-Wachpersonal im selben Jahr zugelegt hatte. Es sollte zu ihrer Unterhaltung Schlagermusik, Operetten, Walzer usw. spielen. Die Mädchen spiel-ten auf Befehl am Lagertor, wenn die Häftlingskolonnen hinaus- oder hereinmarschierten; sie spiel-ten auf der Rampe, wenn die Selektion begann, und sie mussten bei Hinrichtungen spielen.

Als die Ostfront näher rückte, wurde Anita Lasker-Wallfisch mit anderen Orchestermitgliedern im No-vember 1944 im Viehwaggon in das KZ Bergen-Belsen verlegt, wo sie am 15. April 1945 von briti-schen Truppen befreit wurden.

Anita Lasker wanderte 1946  nach England aus, gehörte zu den Gründungsmitgliedern des London Chamber Orchestra und heiratete. Sie lebt in London. Ihr Sohn Raphael Wallfisch, ist ein bekannter Cellist, ihr Enkelsohn Opernsänger.

Nachdenkliche Betroffenheit angesichts der Unvorstellbarkeit der nationalsozialistischen Verbrechen gehört zur politischen Kultur der aufgeklärten Menschen dieser Republik. Diese Betroffenheit dürfen wir uns nicht austreiben lassen. Worauf es deshalb ankommt, sind Bemühungen, die Dimensionen - und die Aktualität - der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen im kollektivem Bewußtsein zu halten. Sorge zu tragen, dass sich dieses Leiden zukünftig nicht wiederholt, dafür steht ein modernes Traditionsgymnasium wie die Wilhelm-Raabe-Schule.


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