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LongGold-Projekt an der Wilhelm-Raabe-Schule

Das LongGold-Projekt an der Wilhelm-Raabe-Schule

Wie entwickelt sich Musikalität im Alter zwischen zehn und 20 Jahren? Warum finden manche Menschen einen Zugang zu Musik und halten Musik für einen wichtigen Bestandteil ihres Lebens und andere nicht? Und wie verändern sich unsere geistigen Fähigkeiten und unsere Persönlichkeit, wenn wir Musik lernen?

Diese Fragen möchte die LongGold-Studie beantworten, an der im letzten Schuljahr SuS der WRS teilgenommen haben. Sie wird von einem Forschungsteam der Goldsmiths University of London und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover durchgeführt. Das Besondere an der Studie ist, dass sie auf einen langen Zeitraum angelegt ist. Anders als die meisten vorherigen Studien zu musikalischer Entwicklung, bildet die Studie nicht nur eine Momentaufnahme ab, sondern wird in den nächsten Jahren einmal jährlich an der WRS durchgeführt. Gestartet haben im Schuljahr 2017/18 drei 5. Klassen. Im Schuljahr 2018/19 werden diese SuS wieder an der Studie teilnehmen und die neuen Fünftklässler kommen dazu, sodass am Ende Kinder und Jugendliche von der 5. bis zur 11. Klasse mit der Studie begleitet werden.

Die insgesamt 92 SuS der Klassen 5a, 5b und 5c absolvierten im Februar 2018 auf den Tablets verschiedene Tests zu kognitiven, sozialen und musikalischen Fähigkeiten auf eigens dafür mitgebrachten Tablets. Beim Test zum melodischen Gedächtnis mussten die SuS zum Beispiel beurteilen, ob zwei kurze Melodien identisch sind oder sich in einem Ton unterscheiden. Bei dem Test zu Beatwahrnehmung musste man dagegen angeben, ob ein Metronom richtig im Takt mit der Musik zu hören war oder leicht daneben. Die Teilnahme an der Studie ist anonym und die SuS können nur teilnehmen, wenn die Erziehungsberechtigten einverstanden sind.

An dem Forschungsprojekt LongGold sind neben der WRS weitere Schulen in Hannover, Hessen, Baden-Württemberg und Großbritannien beteiligt. Den Kontakt zur WRS hat die angehende Lehrerin Dania Hollemann hergestellt, die im Schuljahr 2016/17 ihr Schulpraktikum im Fach Musik an der WRS absolvierte. So ist die WRS Teil eines großen internationalen Forschungsprojektes geworden, dessen Ergebnisse am Ende allen Schülern zu Gute kommen sollen und nicht nur denen, die ein Instrument spielen.

Durch die Ergebnisse aller beteiligten Schulen will das Forscherteam verstehen, wie sich musikalische Fähigkeiten im Zusammenhang mit Intelligenz, sozialen Kompetenzen, Selbstkonzept und Persönlichkeit entwickeln. Eine weitere zentrale Frage ist, wie die SuS selbst über ihre eigene Musikalität und Intelligenz denken und ob ein Kind Erfahrungen mit Musik auf die eigene Motivation und das Lernen im Allgemeinen übertragen kann. Die Daten der deutschen Schulen zeigen schon jetzt, dass musikalische Aktivität mit guten Schulnoten verknüpft ist. Dieser Zusammenhang bleibt auch dann noch bestehen, wenn man die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit der SuS berücksichtigt. D.h. offenbar profitieren nicht nur leistungsstarke SuS von Musik, sondern auch gerade die schwächeren. Woher dieser Zusammenhang zwischen Musik und Schulleistung kommt, werden allerdings erst die Langzeitdaten erklären können, die im LongGold-Projekt in den nächsten Jahre gesammelt werden.

von Viola Pausch und Daniel Müllensiefen

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