Latein

Bei Hannover haben Archäologen übrigens vor Kurzem, im Herbst 2015, bei Wilkenburg ein Römerlager (castra Romanorum) entdeckt. Deutliche Spuren des Grabens um das Militärlager und einige römische Münzen sind der Beweis dafür. In der Wilhelm-Raabe-Schule zeigen wir die Ausgrabungsstelle bei Wilkenburg/ Hemmingen in einer Virtrine mit Fotografien und Playmobil-Figuren.

Latein an der Wilhelm-Raabe-Schule

  1. Latein lieben lernen!
  2. Latein ist eine Sprache, die wir lesen!
  3. Technik, Felix und der Mars-Riegel…
  4. Latein und Grammatik…
  5. Du bist Dir nicht sicher?
  6. Für die Erwachsenen…
  7. Bilder und noch mehr Bilder…
  8. Latein im Internet…

1. Latein lieben lernen!

„Er war der beste in Latein, der allerbeste in Latein!“   Mit Humor und Augenzwinkern haben die Wise Guys in ihrem Lied den Zauber von Latein und die Attraktivität von Lateinschülern eine Hymne geschrieben (man kann das auch auf Youtube anhören!).

 

„Latin Lover – Latein lieben lernen“    heisst ein Taschenbuch, in dem Harry Mount uns einfach mal erklärt, wieviel ihm Latein im Alltag bedeutet.

„Tote Sprachen nennt ihr die Sprache die Flaccus und Pindar. Doch von beiden nur kommt, was in der uns’rigen lebt.“   Horatius Flaccus (Horaz) und Pindar sind berühmte Dichter von vor gut 2000 Jahren – und sie haben ihre Gedichte auf Latein und Griechisch verfasst. Das kleine deutsche Gedicht (in antikem Rhythmus) hat der Dichter Johann Wolfgang v. Goethe verfasst.

„Latein ist tot – es lebe Latein!“ hat vor wenigen Jahren der Münchener Universitätsprofessor Wilfried Stroh sein Buch betitelt, ein Bestseller! Er führt seine (erwachsenen!) Leserinnen und Leser durch die Lateinische Literatur und erklärt, warum Latein ihm wichtig ist und warum Latein uns wichtig sein sollte.

2. Latein ist eine Sprache, die wir lesen!

Latein ist eine Sprache, die wir lesen. Im Unterricht sprechen wir Deutsch. Auf Deutsch sprechen wir über die Welt der Griechen und Römer. Wir kennen die Welt der Römer durch die lateinische Sprache, aber auch die Welt der Griechen. Lesen heisst, wir übersetzen lateinische Texte ins Deutsche und versuchen so, die antike Welt immer besser kennen zu lernen. Oftmals müssen wir dabei sehr genau lesen, mit Geduld, auch mit Phantasie und Mühe. Wir werden dafür auch belohnt, wenn wir zum Beispiel…

  • von Prometheus erfahren, der den Menschen helfen wollte und daher von Olymp, dem Wohnsitz der Götter, das Feuer stahl und es auf die Erde brachte.
  • Herkules‘ Abenteuer kennen lernen, ein übermenschlich starker Mann, der in vielen Gefahren und Nöten geholfen hat.
  • den Alltag römischer Familien verstehen, wie sie gearbeitet, gewohnt, wie die Kinder gespielt haben, wie es den Sklaven ging.

3. Technik, Felix und der Mars-Riegel…

Das Wort Technik ist … griechisch. Die Römer sagten „ars“ dazu, das können wir mit „Kunst“ wiedergeben, also ist „ars“ das, was Menschen gut können.

Die Vornamen Felix, Beate, Felicia und Letizia kommen aus dem Lateinischen und bedeuten Glück, Freude.

Die Worte Tafel, Fenster, Dom, Pedal kommen aus dem Lateinischen (tabula – fenestra – domus – pes).

Mars ist nicht nur ein Schokoriegel, sondern auch ein römischer Gott.

Gymnasium ist … griechisch, damit meinten die Griechen aber nicht die Schule (lateinisch: schola).

4. Latein und Grammatik

Die Römer sprachen von der ars grammatica und meinten damit die Kunst, gut zu schreiben, also verständlich zu schreiben, so dass das, was man schreibt, angenehm zu lesen ist. Das bedeutet für Euch, dass Grammatik Euch hilft, damit Ihr Euch auf Deutsch gut ausdrücken könnt. Im Lateinunterricht besprechen wir die Grammatik genau. Die lateinische Grammatik ist dabei auch für Deutsch (und beispielsweise Englisch) eine große Hilfe. Wir üben das und plötzlich versteht ihr die deutsche und englische Grammatik viel besser!!!

Unser Wort Vokabel kommt ja auch aus dem Lateinischen:

vox (lateinisch) = Stimme, Ruf, Wort – englisch: voice

Vokabeln müssen wir in allen Fremdsprachen lernen, damit wir verstehen können, was die anderen uns mitteilen wollen, und damit wir uns gut verständlich machen können. Wusstest Du zum Beispiel, dass unser deutsches Wort „regieren“ vom lateinischen Wort „regere“ (lenken, in die richtige Richtung bringen) und „rex“ (der König) kommt?

Im Lateinunterricht wollen wir vor allem verstehen, was die Römer uns noch heute erzählen können. Dazu übersetzen wir Erzählungen (lateinisch: fabulae), Märchen (die bei den Römern „Mythen“ genannt wurden), Gespräche, Berichte von Geschichtsschreibern, Briefe und noch anderes mehr. Das heisst, diese sehr alten Texte sind auf Latein geschrieben, und wir übersetzen sie in unsere heutige Sprache, ins Deutsche.

Wir haben auch noch andere Möglichkeiten, etwas über die Welt der Römer und Griechen zu erfahren: es gibt viele wunderschöne Wandmalereien, interessante und auch lustige Zeichnungen auf Tongefäßen. Und natürlich erzählen uns auch archäologische Ausgrabungen viel über die damalige Zeit, wie die Römer und Griechen gelebt, gewohnt, nachgedacht, gespielt, gegessen, Sport getrieben haben.

5. Du bist Dir nicht sicher?

Du bist Dir nicht sicher, ob Du Latein lernen möchtest? Die positive Beantwortung dieser Fragen kann dir vielleicht bei deiner Entscheidung helfen.

  • Macht dir das Lernen allgemein Spaß?
  • Arbeitest du gerne für die Schule?
  • Hast du Freude am Lesen?
  • Hast du Spaß am Überlegen, löst Du gerne Rätsel oder Knobelaufgaben?
  • Fällt dir das Lernen von Vokabeln einigermaßen oder sogar sehr leicht?
  • Kannst du dich problemlos über einen längeren Zeitraum auf eine Sache konzentrieren?

6. Für die Erwachsenen 

6.1 Latein und der Bildungsauftrag des Gymnasiums

Latein-Unterricht hat ganz viel mit Kommunikation zu tun, also mit dem Gespräch, der Möglichkeit sich mitzuteilen und dem Versuch, andere zu verstehen. Zwar kommunizieren wir im Unterricht untereinander nicht auf Latein, aber wir verständigen uns miteinander über das, was uns die Römer mitgeteilt haben, und wir verständigen uns darüber, wie wir uns gut, also durch genaue und verständige Sprache, ausdrücken können.

Latein-Unterricht hat auch viel mit Genauigkeit zu tun. Statt eben mal schnell einen Text zu überfliegen, entdecken wir hier eher das Langsame. Wir schauen also genau hin, wie sich die Römer ausgedrückt haben. Wir versuchen gründlich zu verstehen, was sie gedacht haben und uns weitergeben können. Wir bemühen uns, uns in die Personen und Gedanken der antiken Welt ein zu fühlen. Wir vollziehen auf Latein formulierte nach und bemühen uns, die Dinge differenziert zu bewerten.

Hierzu Auszüge aus dem niedersächsischen Kerncurriculum für Latein in der Sekundarstufe I:

Die römische Antike prägt zusammen mit der griechischen Antike und dem jüdisch-christlichen Gedankengut Europa in seinen Vorstellungen, Werten und Lebensweisen bis in die heutige Zeit. Die lateinische Sprache lebt in den romanischen Sprachen fort und hat weitere europäische Sprachen in starkem Ausmaß beeinflusst.

Das Fach Latein eröffnet mit der lateinischen Sprache einen spezifischen Zugang zu der antiken römischen Welt und vermittelt damit vertiefte Einsichten in das antike Weltbild und gleichzeitig in […] Prägungen des modernen Europa.

Die Vermittlung der römischen Antike wird vornehmlich durch lateinischsprachige Texte ermöglicht, die somit im Mittelpunkt des Lateinunterrichts stehen. Die Schülerinnen und Schüler treten beim Übersetzungsvorgang in einen Dialog mit dem lateinischen Text, indem sie seine Aussage erschließen und seinen Gehalt und seine Intention deuten (historische Kommunikation).

Die lateinischen Texte – einschließlich der Lehrbuchtexte – werfen häufig in exemplari-

scher Weise Grundfragen menschlicher Existenz (einschließlich religiöser Dimensionen) auf; deshalb sind diese Texte dazu geeignet, Grundpositionen zu vermitteln und junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsbildung zu unterstützen. Da die lateinischen Texte gleichzeitig vielfältige Vorstellungen enthalten, die der heutigen Zeit fremd sind, fördert die Auseinandersetzung mit ihnen auch einen vorurteilsfreien Umgang mit fremden Kulturen und einen bewussteren Blick auf die eigene Kultur (interkulturelle Kommunikation).

Als Basissprache erleichtert das Lateinische das Erlernen romanischer Sprachen und erschließt in weitem Umfang Fremdwörter im Deutschen sowie die Terminologie bestimmter wissenschaftlicher Fachsprachen. Bei der Sprachbetrachtung und Sprachbehandlung setzt der Lateinunterricht seine Schwerpunkte anders als der Unterricht in den Fächern, in denen die Kommunikation in der Fremdsprache im Vordergrund steht. Im Lateinunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler schwerpunktmäßig, Sprache analytisch zu erschließen und als Modell zu begreifen (Latein als Reflexionssprache). Dadurch wird ihnen der generelle Zusammenhang von Sprache und Denken, von Form und Inhalt bewusst.

Die Lehrpläne (Kernncurricula) für den Lateinunterricht finden Sie unter folgenden Links:

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_gym_latein_08_nib2.pdf (Jahrgänge 5/6 bis 10)

http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_latein_go_i_03-11.pdf (Jahrgänge 11 und 12)

6.2 Latein an der Wilhelm-Raabe-Schule

An der Wilhelm-Raabe-Schule bieten wir Latein als zweite Fremdsprache ab Klasse 6 an. In der Oberstufe bieten wir Latein auch als Prüfungsfach im Abitur zumindest auf grundlegendem Niveau (g.A.) an.

Die drei Lateinlehrer unserer Schule unterrichten neben dem Fach Latein als Zweitfach Geschichte (Herr Löhr), evangelische Religion (Frau Kalucza) und Mathematik (Herr Kählau).

Es gibt natürlich auch Exkursionen nach Xanten, Museumsbesuche, Projekte, …

7. Bilder, Bilder und noch mehr Bilder (alle Fotos: Löhr)

Römerlager (castra Romanorum) bei Wilkenburg/ Hemmingen. Man sieht an der Bodenverfärbung, dass hier einmal ein Graben ausgehoben worden ist. Anhand der Grabenform und der Münzen weiss man, dass römische Soldaten den Graben um das Jahr 0 ausgehoben haben. Die Archäologen haben den Verlauf des Grabens mit Papptellern und roten Stäben markiert.

Wilkenburg 2

Wilkenburg 3

Wilkenburg 5

„Latein im Einkaufswagen“ auf dem Schulhof der Wilhelm-Raabe-Schule. Hier haben wir ein paar Produkte mit lateinischen Namen zusammen gestellt.

Latein Einkaufswagen 1

Latein Einkaufswagen 2

Römisches Wohnhaus in Augusta Raurica bei Basel. Ein Speisezimmer (triclinium), eine Küche (culina) mit Toilette (locus secretus), ein Brettspiel (ludus) „Romulus et Remus“. Das Haus ist ein Nachbau.

convlave

ludus

culina

8. Latein im Internet

8.1 Für die Jüngeren

In Hannover zeigt das Museum August Kestner uns viel über die Römer und die Griechen…

https://kinderkultur-stadt-hannover.de/wunderkammern/angebote-der-museen/museum-august-kestner

Eine schöne Broschüre „Kinder? Kinder!“ aus der Römerstadt Augusta Raurica/ Basel…

http://www.augustaraurica.ch/fileadmin/user_upload/1_Besuchen/4_F%C3%BCr_Schulen/4_Unabh%C3%A4ngig_unterwegs/4_Kinder_Kinder/Begleitheft_Kinder_Kinder_fuer_Kinder_de.pdf

Eine Zeitmaschine im Internet…

http://www.kinderzeitmaschine.de/antike/lucys-wissensbox/kategorie/das-erbe-der-roemer-mehr-als-latein/frage/latein.html?ht=3&ut1=8

8.2 Für die Fortgeschrittenen

Täglich aktuell – die lateinische Zeitung im Internet…

http://ephemeris.alcuinus.net/

Zum Nachschlage – vikipedia Latina…

https://la.wikipedia.org/wiki/Hannovera

und wenn Schüler Latein sprechen wollen…

http://septimanalatina.org/

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